Gesundheitsökonomische Evaluation und Versorgungsforschung

Wissenschaftliche MitarbeiterInnen in dem Arbeitsschwerpunkt sind PD Dr. med. Dr. rer. pol. Anja Neumann, Dr. rer. medic. Janine Biermann, Dr. rer. pol. Laura Hörster, Andreas Ochs M.Sc., Cordula Barth BSc MA, Ann-Kathrin Weschenfelder M.Sc. und Dr. PH Silke Neusser.

Ausgewählte laufende Projekte

Einsatz von Botulinumtoxin bei Patienten mit Spastik der oberen Extremität (und/oder der unteren Extremität) infolge Schlaganfalls
– eine Studie der Versorgungssituation

Der Schlaganfall gehört nicht nur zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland, sondern ist auch eine häufige Ursache für mittlere bis schwere Behinderungen. Eine der möglichen Residuen des Schlaganfalls ist die Entstehung einer Spastik. Eine Behandlung der Spastik kann mittels Lagerung, aktiver und/oder passiver Bewegungstherapie und Schmerztherapie erfolgen. Bei persistierender fokaler Spastik und entsprechender Identifizierung eines therapeutischen Ziels z. B. in Form einer Erleichterung der Pflege, der Verminderung von Schmerzen etc. ist eine intramuskuläre Injektion von Botulinumtoxin indiziert. Die Behandlung sollte dabei in einem spezialisierten Setting erfolgen und von einer regelmäßigen Bestimmung der durch die Behandlung erfolgten Verbesserung der Funktionsfähigkeit begleitet werden.

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Evaluation der Versorgungssituation von Patienten mit Spastik der oberen Extremität (und/oder der unteren Extremität) infolge eines Schlaganfalls. Zunächst soll die aktuelle Versorgungssituation mit besonderem Augenmerk auf die Behandlung der Patienten mit Botulinumtoxin bei entsprechender Indikation dargestellt werden. Hierzu werden zunächst explorative Leitfadeninterviews und in einem zweiten Schritt eine standardisierte postalische Befragung von Neurologen und Nervenärzten im ambulanten und stationären Setting durchgeführt, um Daten zur Ist-Situation in der Behandlung dieses Patientenkollektivs zu generieren   Das Studienkonzept sowie die Durchführung und Auswertung wird durch den Lehrstuhl erstellt sowie durchgeführt.  Eine Finanzierung des Forschungsprojektes erfolgt durch die IPSEN PHARMA GmbH.

Laufzeit: seit November 2013
Bearbeiter: PD Dr. Dr. Neumann, Dr. Walendzik, Dr. Jahn,  Kerkemeyer

Evaluation der hausarztzentrierten Versorgung in Thüringen

Hausarztzentrierte Versorgung (HzV) beschreibt ein medizinisches Versorgungskonzept, in dem ein Hausarzt als erste Anlaufstelle für den Patienten fungiert und dessen Behandlung langfristig und über die verschiedenen Versorgungssektoren hinweg koordiniert. Er nimmt damit die Funktion eines Lotsen wahr. Eine sektorübergreifend koordinierte Behandlung kann eine verbesserte und insgesamt kostengünstigere Versorgung hausärztlich betreuter Patienten bewirken.

In Thüringen haben die Versicherten der AOK PLUS seit dem 01.01.2011 die Möglichkeit, an einem HzV-Modell teilzunehmen. Der HzV-Vertrag wurde zwischen der AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen und dem Thüringer Hausärzteverband e.V. in Kooperation mit der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen geschlossen und ist als Zusatzvertrag („add-on“) zur Regelversorgung angelegt.

Anhand einer Evaluation soll untersucht werden, inwieweit das Vertragmodell den folgenden Zielen gerecht wird:

1.    Umsetzung einer flächendeckenden hausarztzentrierten Versorgung im Sinne des §73b SGBV

2.    Verbesserung der Behandlungskoordination

3.    Verbesserung der Pharmakotherapie

4.    Reduktion der Versorgungskosten

5.    Zufriedenheit der am Vertrag teilnehmenden Versicherten

6.    Zufriedenheit der am Vertrag teilnehmenden Hausärzte

7.    Einsatz von Versorgungsassistentinnen in der Hausarztpraxis (VERAH)

 

Die Evaluation erfolgt im Rahmen von 2 Modulen:

Modul 1: kontrollierte Quer- und Längsschnittstudie auf der Basis von Routinedaten

Modul 2: Querschnittsstudie auf der Basis postalischer Befragungen von Versicherten und Hausärzten

 

Aus dieser unabhängigen, wissenschaftlichen Evaluation sollen Erkenntnisse gewonnen werden, die für eine konstruktive Fortentwicklung der Hausarztzentrierten Versorgung in Thüringen genutzt werden können.

Gemeinsam mit dem Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Jena übernimmt der Lehrstuhl für Medizinmanagement die Bearbeitung von Modul 1.

 

Förderung

AOK PLUS – Die Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen

Laufzeit: 05/2012-12/2015

 

Kooperationspartner

Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität

 

Ansprechpartner

Frau Dr. rer. medic. Janine Biermann.

Janine.Biermann@medman.uni-due.de

Med in.NRW-Projekt Innovative Gesundheitswirtschaft NRW: "Integration junger Menschen in Schule und Arbeitsmarkt durch Erforschung, Entwicklung und Evaluation spezifischer Diagnostik- und Behandlungskonzepte"

Teilprojekt: Das Essener Schulvermeider-Projekt

Das Projekt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters des LVR-Klinikums Essen unter Leitung von Herrn Prof. Hebebrand zielt u. a. auf die Erforschung von Ursachen und Bedingungen, die zur Schulverweigerung bzw. mangelnden Integration in die Arbeitswelt führen. Auf dieser Grundlage entwickelte Therapieansätze dienen der  Reduktion von Schulverweigerung bzw. Prävention einer Chronifizierung bei psychiatrisch erkrankten Jugendlichen und somit der Verbesserung der schulischen Qualifikation, der Erhöhung der Schulabschlussraten und der Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Es erfolgt eine wissenschaftliche Evaluation der entwickelten Therapieansätze in dessen Kontext der Lehrstuhl für Medizinmanagement als Kooperationspartner die gesundheitsökonomische Evaluation durchführt.
Als weitere Kooperationspartner sind der Landschaftsverband Rheinland sowie die Ruhrlandschule – Städtische Schule für Kranke in Essen zu nennen. Das Projekt wird zum überwiegenden Teil durch das Land NRW und die EU gefördert.
Bearbeiter: Weschenfelder, PD Dr. Dr. Neumann
Laufzeit: September 2009 bis August 2014

BMBF-Verbundforschungsprojekt „Personalisierte Medizin in der Krebsforschung. Eine interdisziplinäre Untersuchung ethischer, rechtlicher, medizinischer und ökonomischer Aspekte.“

Der Lehrstuhl für Medizinmanagement ist an einem interdisziplinären BMBF-Forschungsvorhaben zum Thema der Personalisierten Medizin (PM) beteiligt. In Zusammenarbeit mit der juristischen Fakultät der Universität Bochum unter der Leitung von Prof. Dr. Huster, sowie dem Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin der Universität Bochum unter der Leitung von Prof. Dr. Vollmann und der Medizinischen Hochschule Hannover (Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzellentransplantation) unter der Leitung von Prof. Dr. Ganser, werden interdisziplinäre Untersuchungen zur Personalisierten Medizin hinsichtlich rechtlicher, ethischer, medizinischer und ökonomischer Aspekte durchgeführt.

Die Mitarbeiter um Prof. Dr Wasem analysieren unter dem Gesichtspunkt der Ökonomie drei zentrale Fragestellungen zur Personalisierten Medizin unter partieller Fokussierung auf das Themengebiet der Onkologie:

1. Einfluss von Methoden der Personalisierten Medizin auf Forschungs- und Entwicklungskosten im Kontext notwendiger Anpassungen der Regulierung im Zulassungsprozess von Diagnostika und Arzneimitteln

Innerhalb dieser Fragestellung sollen mittels Literaturrecherchen und deren Analyse sowie mittels Fragebögen und Interviewleitfäden der Einfluss pharmakogenetischer Verfahren auf die Forschungs- und Entwicklungskosten der Pharmaindustrie ermittelt werden. Ein Schwerpunkt wird dabei auf der Analyse regulatorischer Anforderungen an Forschung und Entwicklung im Bereich der personalisierten Medizin liegen. 

2. Evaluation der Kosteneffektivität von pharmakogenetischen Tests, welche das Therapieansprechen vorhersagen

Innerhalb dieser Fragestellung soll zunächst die Kosteneffektivität von pharmakogenetischen Tests als Mittel zur Vorhersage des Behandlungserfolgs analysiert werden. Hierbei soll vor allem der Schwerpunkt auf der Beantwortung der Frage liegen, inwieweit es sich bei dem Einsatz von pharmakogenetischen Verfahren um eine kosteneffektive Strategie handelt. Für die Indikation akute myeloische Leukämie soll ein generisches entscheidungsanalytisches Modell entwickelt werdenum die mittel- und langfristige Kosteneffektivität zu bestimmen. 

3. Evaluation des Zugangs der Patienten zu Personalisierter Medizin und potenzielle Besonderheiten der Personalisierten Medizin bezüglich ihrer Aufnahme in den Leistungskatalog von Gesundheitssystemen

Innerhalb dieser Fragestellung sollen die derzeit aktuellen Zugangsmöglichkeiten zur Personalisierten Medizin in der Onkologie unter internationalen Gesichtspunkten evaluiert werden. Dies soll zum einem mit Hilfe eines Vergleiches des Implementierungsstandes von PM-Technologien in ausgewählten sozialen und öffentlichen Gesundheitssystemen (Potenzielle Länder: Australien, England, Niederlande und USA) erfolgen und zum anderen unter Betrachtung von möglichen Besonderheiten bezüglich Voraussetzungen, Prozessen und Strukturen bei der Integration von Personalisierter Medizin in den Leistungskatalog. 

Bearbeiter: Dr. Jahn, PD Dr. Dr. Neumann, Pouryamout, Walendzik

Laufzeit: Januar 2011 bis März 2014.

BMBF-Projekt im Förderschwerpunkt "Chronische Krankheiten und Patientenorientierung" zum Thema "Patientenorientierte Schulungspraxis in der orthopädischen Rehabilitation durch Dissemination eines evaluierten Schulungsprogrammes"

Das Kooperationsprojekt des Instituts für Psychotherapie und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg mit dem Institut für Sportwissenschaft der Universität Erlangen und dem Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen zielt auf a) die Untersuchung der Wirksamkeit und Kosten von Implementierungsstrategien zur Dissemination eines Schulungsprogrammes sowie b) die Evaluation der Schulungswirksamkeit in der Routineanwendung in Bezug auf eine patientenorientierte Schulungspraxis, den Patientenoutcome und die Kosteneffektivität ab. Der Lehrstuhl übernimmt im Rahmen des Projektes die gesundheitsökonomische Evaluation.

Bearbeiter: Dr. rer. medic. Biermann, Pouryamout, PD Dr. Dr. Neumann

Laufzeit: Januar 2011 bis Dezember 2013.

Gesundheitsökonomische Evaluation in der Heinz Nixdorf Recall-Studie

Die Heinz Nixdorf Recall-Studie ist eine bevölkerungsweite Untersuchung auf Risiken zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Ruhrgebiet. Der Lehrstuhl für Medizinmanagement führt in Kooperation mit der CAREM GmbH die gesundheitsökonomische Evaluation in dieser Studie durch.
Laufzeit der gesundheitsökonomischen Evaluation: seit November 2005.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Dr. Schnell-Inderst, Dr. Dr. Neumann.

Kosteneffektivität von Etanercept in der Behandlung der frühen rheumatoiden Arthritis
Bei der Behandlung der frühen rheumatoiden Arthritis ist die Kosteneffektivität des Einsatzes biologischer Arzneimittel im Gegensatz zur Basistherapie mit Methotrexat unklar. In Zusammenarbeit mit der CAREM GmbH führt der Lehrstuhl in diesem, von der Firma Wyeth beauftragten, Projekt eine Kosteneffektivitätsanalyse durch.
Laufzeit: seit Dezember 2008.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem.

Wissenschaftliche Beratung und Evaluation eines Projektes zur Verbesserung des Versorgungsmanagements bei der Schizophrenie
Die Schizophrenie gehört zu den häufigen psychiatrischen Erkrankungen. Ökonomisch ist sie insbesondere wegen der hohen Zahl von Krankenhausaufenthalten und des starken Anteiles von Wiederaufnahmen von Bedeutung. Neuere Medikamente mit hohen Therapiekosten können möglicherweise die Krankenhausaufnahmen reduzieren. Besonderes ökonomisches Potenzial wird von einem Versorgungsmanagement der Schizophreniepatienten erwartet, welches insbesondere die Hospitalisierungsraten senken könnte. Ein von der Firma Janssen-Cilag GmbH entwickeltes Versorgungsmanagement für den Versorgungsalltag bei gesetzlichen Krankenkassen, soll im Auftrag von Janssen-Cilag vom Lehrstuhl für Medizinmanagement evaluiert werden.
Laufzeit: seit September 2008.
Bearbeiter: Dr. Mostardt, Dr. rer. medic. Biermann, PD Dr. Dr. Neumann.

Gesundheitsökonomische Evaluation im HerzNetz Köln
Die Herz Netz Center GmbH hat den Alfried Krupp von Bohlen und Halbach Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement beauftragt, die gesundheitsökonomische Evaluation der Kosten-Effektivität der Intervention im HerzNetz Köln durchzuführen. Zu den Arbeitspaketen gehören unter anderem die Identifikation und Spezifikation geeigneter Outcome-Parameter, medizinischer Folgekosten, und Ermittlung der Interventionskosten.
Laufzeit: seit August 2008.
Bearbeiter: Dr. Mostardt, PD Dr. Dr. Neumann.

Evaluation des Modellprojekts FORUM Demenz
Der Lehrstuhl begleitet ein von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördertes Projekt zur Verbesserung der Versorgung von Demenzkranken. Die Projektträger (AWOcura gGmbH, Evangelisches Christophoruswerk e.V., PariSozial gGmbH) haben den Lehrstuhl damit beauftragt, die Wirkungsgrade der im Projekt entwickelten und eingesetzten Methoden des Case Managements, des Quartiermanagement und des Versorgungs- und Behandlungspfades zu evaluieren. Näheres finden sie auf der Homepage des Projektes.
Laufzeit: seit April 2007.
Bearbeiter: PD Dr. Dr. Neumann, Dr. Mostardt

Krankheitskosten der Behandlung HIV-positiver Patienten
In diesem von der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter e.V. (DAGNÄ) geförderten Projekt sollen die Kosten der Behandlung HIV-positiver Patienten in unterschiedlichen Patientengruppen ermittelt werden.
Laufzeit: seit Mai 2004.
Bearbeiter: PD Dr. Dr. Neumann, Dr. Mostardt.

Möglichkeiten der Ausgestaltung eines effizienten Versorgungsmanagements chronisch Kranker – Ethische, ökonomische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte – für die ausgewählten Indikationen Multiple Sklerose und Alzheimer-Demenz
Die Versorgung von Patienten mit chronischem Krankheitsbild stellt einen wesentlichen Schwerpunkt der täglichen Arbeit vieler Leistungserbringer im Gesundheitswesen dar. Waren weltweit bereits um die Jahrtausendwende ca. 46% aller Erkrankungen chronisch, so wird dieser Anteil nach Angabe der WHO bis zum Jahr 2020 auf voraussichtlich 60% ansteigen. In Deutschland leiden bereits rund 30% aller Versicherten unter mindestens einer chronischen Erkrankung. Demzufolge stellt die zunehmende Bedeutung chronischer Erkrankungen das deutsche Gesundheitssystem vor die besondere Herausforderung, die bislang strikte Trennung der Versorgungssektoren zu überwinden, um den Behandlungs- und Betreuungsprozess sowohl hinsichtlich des Patientennutzens als auch unter wirtschaftlichen Aspekten effizient zu gestalten. Infolgedessen stellt sich die Frage nach der Effizienz von Versorgungsprogrammen als Instrument zur Vermeidung von Versorgungsdefiziten in der Behandlung chronisch Kranker sowie zur Sicherung einer effizienten Langzeitbetreuung und einer bestmöglichen Kosten-Effektivität.  
Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der damit einhergehenden steigenden Prävalenz altersassoziierter Krankheitsbilder stellt die Versorgung von Alzheimer-Demenz Erkrankten eine große Herausforderung dar. Durch den interdisziplinären und sektorübergreifenden Behandlungsbedarf ist der Versorgungsprozess von an Multiple Sklerose Erkrankten durch zahlreiche Schnittstellen geprägt. Dies lässt wesentliche Optimierungspotentiale in der Versorgungsstruktur sowie Effizienzreserven vermuten, weshalb Multiple Sklerose  als zweite zu untersuchende Indikation in das Forschungsvorhaben einbezogen wird.
Zielsetzung
Basierend auf einer Bestandsaufnahme der aktuellen Versorgungssituation bei chronischen Erkrankungen – im Besonderen für die Indikationen Alzheimer-Demenz und Multiple Sklerose – werden im Rahmen der interdisziplinären Studie anhand der genannten Krankheitsbilder die Möglichkeiten und Bedingungen für ein effizientes Versorgungsmanagement untersucht. Dabei sollen potenzielle Grenzen des Versorgungsmanagements identifiziert und im Rahmen einer multidimensionalen Konzeptentwicklung mögliche Szenarien zur künftigen Ausgestaltung neuer Formen des Versorgungsmanagements und intersektoraler Kooperationen erarbeitet werden.
Im Fokus der Untersuchungen stehen dabei 
•    Aspekte der Gesundheitssystemgestaltung und der Gesundheitsökonomie
•    Medizinethische Aspekte sowie möglicherweise sozial- und verfassungsrechtliche Dimensionen
•    Auswirkungen auf Patienten, Leistungserbringer, gesetzliche Krankenkassen, Unternehmen der Gesundheitsindustrie sowie politische Entscheidungsträger
Projektaufbau
Die zu untersuchende Thematik wird in einem mehrstufigen Verfahren analysiert. Im ersten Schritt erfolgt eine auf das deutsche Gesundheitswesen fokussierte Bestandsaufnahme der aktuellen Versorgungssituation chronischer Erkrankungen – im Speziellen für die Indikationen Multiple Sklerose und Alzheimer-Demenz – und die Identifizierung von internationalen Ansätzen zur Lösung bestehender Versorgungsdefizite. Im Rahmen einer Wahrnehmungs- und Akzeptanzuntersuchung werden Interessenvertretungen der Leistungserbringer, medizinische Fachgesellschaften, gesetzliche Kostenträger sowie Patientenvertretungen und weitere Entscheidungsträger im Gesundheitswesen in Form einer empirischen Datenerhebung zu deren Einschätzung der gegenwärtigen Versorgungssituation befragt. Auf dieser Grundlage erfolgt die Entwicklung von Szenarien und die Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Versorgung chronisch Kranker, im Besonderen für die ausgewählten Indikationen.
Projektteam und Kooperationen
Die interdisziplinäre Untersuchung medizinischer, ökonomischer und gesellschaftsrechtlicher Aspekte eines sektorübergreifenden Versorgungsprogramms für die Indikationen Multiple Sklerose und Alzheimer-Demenz erfolgt durch den Lehrstuhl für Medizinmanagement unterstützt durch die medizinische Expertise von Herrn Prof. Gräßel (Universität Erlangen) und Herrn Prof. Hartung (Universität Düsseldorf). Zudem werden in Kooperation mit dem Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin (Herr Prof. Marckmann) der Ludwig-Maximilians-Universität München ethische Aspekte der Ausgestaltung eines Versorgungsprogramms analysiert.
Die Studie wird durch unabhängige Forschungsgelder der Janssen-Cilag GmbH im Rahmen eines unrestricted grant unterstützt.
AG Gesundheitspolitik: Dr. Anke Walendzik, Dr. Rebecca Jahn, Lasse Korff, Lennart Weegen
AG Gesundheitsökonomische Evaluation/Versorgungsforschung: Dr. Sarah Mostardt,  Sonja Ivancevic
Laufzeit: November 2011 bis Dezember 2013

 

Ausgewählte abgeschlossene Projekte

Evaluation der Versorgungssituation von Kindern und Jugendlichen mit juveniler Psoriasis (Schuppenflechte)
Die Psoriasis gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Bei etwa einem Drittel der Patienten manifestiert sie sich bereits in den ersten beiden Lebensjahrzehnten. Therapeutisch ergeben sich bei Kindern und Jugendlichen für den behandelnden Arzt zahlreiche Herausforderungen, insbesondere aufgrund von nur wenigen für diese Altersgruppe zugelassenen topischen und systemischen Therapeutika als auch aufgrund fehlender Leitlinien. Ziel des Forschungsprojektes ist die Evaluation der Versorgungssituation und Lebensqualität von Kindern mit juveniler Psoriasis und den damit verbundenen Einschränkungen für die betroffenen Familien. Auf Basis einer bundesweit initiierten Befragung von Ärzten sowie Patienten und deren familiären Umfeld werden dabei empirische Daten erhoben und analysiert. Die Studie findet in Absprache mit den entsprechenden Selbsthilfe-Organisationen und Dachverbänden statt und wird durch ein unabhängiges Expertenpanel unterstützt, das sich aus Dermatologen, Pädiatern und Patientenvertretern zusammensetzt. Das Forschungsvorhaben wird mittels eines unrestricted grant durch Pfizer unterstützt.

Der Fragebogen für die Ärzte, die  Pressemitteilung der Universität Duisburg-Essen, das Poster und das Studiendesign befinden sich unter den folgenden Links:

Ärztebefragung

Pressemitteilung

Poster

Studiendesign

Bearbeiter: PD Dr. Dr. Neumann, Matusiewicz

Ethische, ökonomische, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte der Allokation kostspieliger biomedizinischer Innovationen unter finanziellen Knappheitsbedingungen
Der Lehrstuhl ist an einem interdisziplinären Forschungsverbund zur Evaluation ethischer, ökonomischer, rechtlicher und gesellschaftlicher Aspekte kostspieliger biomedizinischer Innovationen unter finanziellen Knappheitsbedingungen beteiligt. In diesem Projekt sollen exemplarische Untersuchungen zur expliziten und impliziten Rationierung in der interventionellen Kardiologie und Intensivmedizin durchgeführt werden. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Georg Marckmann, MPH (Universität Tübingen) und Prof. Dr. Stefan Huster (Ruhr-Universität Bochum) durchgeführt. Der Forschungsverbund wird im Rahmen der Förderrichtlinien für Forschung zu den ethischen, rechtlichen und sozialen Aspekten der Biomedizin durch den Projektträger des BMBF im DLR Gesundheitsforschung gefördert. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier; Sie können sich auch auf der eigenen Homepage des Projektes informieren.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Dr. Börchers, Freyer, Dr. rer. medic. Biermann, Dr. Dr. Neumann.

Indikationsbezogene Nutzen-Untersuchungen zur Bestimmung der Erstattungsobergrenze im Rahmen des BAH-Modelles zur Steuerung des Arzneimittelmarktes: Machbarkeitsstudie
In dem Projekt – beauftragt durch den Bundesverband der Arzneimittelhersteller e. V. - soll die grundsätzliche Machbarkeit des vom BAH entwickelten Reformmodelles für die Erstattungspreisregulierung auf dem Markt nicht patentgeschützter Arzneimittel vom Lehrstuhl für Medizinmanagement in Kooperation mit der Fachhochschule Fulda; Bereich Health Technology Assessment und Gesundheitssystemdesign (Frau Prof. Dr. Dea Niebuhr) sowie der Carem GmbH demonstriert werden.
Laufzeit: seit Mai 2009.
Bearbeiter: Dr. Dr. Neumann, Prof. Wasem, Prof. Niebuhr, Dr. Aidelsburger.
Die in diesem Zusammenhang erzielten Ergebnisse hat der Lehrstuhl in einem Diskussionsbeitrag veröffentlicht, welchen Sie hier herunterladen können.

Kosten-Effektivität von Vareniclin (Champix) in der Raucherentwöhnung
Ziel des durch die Pfizer Deutschland GmbH geförderten Projektes, welches der Lehrstuhl für Medizinmanagement in Kooperation mit der Carem GmbH bearbeitet hat, war die Bestimmung der Kosten-Effektivität von Vareniclin zur Raucherentwöhnung von Rauchern und definierter Subpopulationen mit Koronarer Herzerkrankung, Diabetes mellitus Typ II und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung im Vergleich zur Raucherentwöhnung ohne medikamentöse Unterstützung.
Laufzeit: März bis Juni 2009.
Bearbeiter: Dr. Aidelsburger, Prof. Wasem.

Defined Daily Dosis (DDD) zur Kostensteuerung bei nicht-chronischen Erkrankungen
Mit der Studie wurde – gefördert durch die Chugai Pharma Marketing Ltd. – das Ziel verfolgt zu untersuchen, inwieweit die DDD-Systematik im Fall nicht-chronischer bzw. onkologischer Erkrankungen zur Kostensteuerung in der Gesetzlichen Krankenversicherung geeignet ist.
Laufzeit: September 2008 bis Januar 2009.
Bearbeiter: Prof. Wasem.
Die zentralen Ergebnisse des Projektes sind in Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement, 2008, 13, 1, S. 38-42, erschienen; hier können Sie den Abstract herunterladen. Weitere Projektergebnisse wurden 2009 in PharmacoEconomics German Research Articles, 7, 2009, 47-54 publiziert.

Erhebung der Ausgaben für die Bekämpfung des Missbrauchs und der Abhängigkeit von illegalen Drogen in Deutschland
Im Auftrag des Bundesministerium für Gesundheit (BMG) führte der Lehrstuhl gemeinsam mit der „Deutsche Referenzstelle für die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD)“ ein Projekt durch, das erstmalig für Deutschland zu einer Schätzung der direkten volkswirtschaftlichen Kosten in Deutschland in Bezug auf Missbrauch und Abhängigkeit von illegalen Drogen führte. Bisher fehlt eine wissenschaftlich fundierte und umfassende Übersicht darüber, wie hoch die von der öffentlichen Hand und den Sozialversicherungsträgern für den Gesamtbereich „illegale Drogen“ aufgewendeten Ausgaben in Deutschland tatsächlich sind. Laufzeit: Februar 2007 bis Januar 2009.
Bearbeiter: Dr. Dr. Neumann, Dr. Mostardt

Nutzen und Kosteneffektivität der Nikotinersatztherapie zur Raucherentwöhnung 
In zwei Projekten, die durch die Initiative Raucherentwöhnung, eine Arbeitsgemeinschaft im Bundesverband der Arzneimittelhersteller e.V. (BAH) gefördert wurden, hat der Lehrstuhl in Kooperation mit der CAREM GmbH eine Kosteneffektivitätsanalyse der Raucherentwöhnung durch Nikotinersatztherapie (NET) durchgeführt. Im ersten Projekt wurde hierbei die Analyse für den durchschnittlichen Raucher, im zweiten Projekt für Patienten, die bereits an Diabetes, einer KHK oder einer chronisch-obstruktiven Bronchitis leiden, durchgeführt. Laufzeit der Projekte: August 2006 bis September 2008. Bearbeiter am Lehrstuhl: Dipl.-Kffr. Jung, Dr. Dr. Neumann, Prof. Wasem. Hier können Sie sich über die zentralen Projektergebnisse des ersten Projektes zu den direkten medizinischen Kosten, die Prof. Wasem bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (HAI 2007) vorgestellt hat, informieren. Über die zentralen Ergebnisse einer Zusatzstudie zu den Auswirkungen auf die indirekten Kosten (Produktivitätsausfälle) können Sie sich hier informieren. Die Ergebnisse des ersten Projektes sind zwischenzeitlich auch in Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement veröffentlicht. Für die Population der Patienten mit chronisch-obstruktiver Bronchitis können sie die Ergebnisse des zweiten Projektes hier herunterladen. Auf der GMDS-Jahrestagung 2009 haben CAREM und Lehrstuhl den Posterpreis mit dem Projekt gewonnen. Das Poster können Sie hier herunterladen.

Evaluation der Versorgung von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) (PACE-PAD-Studie)
In diesem von der Firma Sanofi-Aventis Deutschland geförderten Projekt der Versorgungsforschung wird die Versorgungssituation von ca. 5.000 Patienten mit einem Verdacht auf eine pAVK untersucht. Methodische Beratung erfolgt durch das Zentrum für Versorgungsforschung der Universität Köln und das MGH Institute for Technology Assessment der Harvard Medical School, Boston. Laufzeit: August 2003 bis Juli 2008. Bearbeiter: Dr. Dr. Neumann, Jahn, Lux. Die Publikation zur Baseline-Untersuchung ist im Journal of Public Health erschienen (DOI 10.1007/s10389-008-0223-8). Die Publikation der Endergebnisse ist im Journal of Current Medical Research and Opinion erschienen.

Ökonomische Evaluation der chronischen Herzinsuffizienz
Der Lehrstuhl ist mit einem Forschungsprojekt zur ökonomischen Evaluation der chronischen Herzinsuffizienz Mitglied im  Kompetenznetz Herzinsuffizienz. In Kooperation mit dem Projekt „Krankheitsmanifestation und Krankheitsmanagement bei chronischer Herzinsuffizienz“ sowie den Projekten „Herzinsuffizienz bei HIV-positiven Patienten“ und „Diastolische Dysfunktion“ des Kompetenznetzwerkes werden die Kostenwirksamkeit bzw. die Krankheitskosten von unterschiedlichen Interventionen ermittelt.
Laufzeit: Mai 2004 bis Juni 2008.
Bearbeiter: Dr. Dr. Neumann, Dr. Mostardt. 

Gesundheitsökonomische Bedeutung der Diagnostik und Therapie von Patienten mit Herzrhythmusstörungen
In dem Vorhaben wurde in Kooperation mit der CAREM GmbH eine Kostenbestimmung der Katheterablation zur Diagnostik und Behandlung eines Patienten mit Vorhofflimmern im ambulanten und stationären Bereich aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherung durchgeführt. Das Vorhaben wurde von der Biosense Webster Deutschland Cordis Medizinische Apparate GmbH finanziell gefördert.
Laufzeit: November 2007 bis Februar 2008.
Bearbeiter: Dr. Aidelsburger, Prof. Wasem.
Die zentralen Ergebnisse des Projektes wurden in 2009 in PharmacoEconomics German Research Articles, 7, 2009, 15-27 publiziert.

Abbildung der ärztlichen Leistung bei der intramuskulären Injektion zur chemischen Denervierung bei fokalen Dystonien
Die ärztliche Leistung bei der intramuskulären/-kutanen Injektion zur chemischen Denervierung betroffener Muskeln/exokriner Drüsen bei fokalen Dystonien wird gegenwärtig in der gesetzlichen Krankenversicherung nicht eigenständig im Gebührenverzeichnis abgebildet. In Kooperation mit der CAREM GmbH führte der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement, gefördert durch die Pharm Allergan GmbH eine Studie zur Entwicklung einer Gebührenordnungsposition in der vertragsärztlichen Versorgung für diese ärztlichen Leistungen durch. 
Laufzeit: November 2007 bis Februar 2008.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem.

Therapien in der Onkologie und gesundheitsökonomische Evaluationen:
Mit dem Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Gesetzgeber auch für den Bereich der Arzneimittel ökonomische Evaluationen eingeführt. In diesem von der Deutschen Krebsgesellschaft geförderten Projekt, das der Lehrstuhl in Kooperation mit der CAREM GmbH durchführt, soll untersucht werden, inwieweit bei Therapien in der Onkologie Besonderheiten vorliegen, die bei gesundheitsökonomischen Evaluationen berücksichtigt werden müssen.

Wesentliche Ergebnisse des Gutachtens, das im Juli 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde: Die Resultate aus den Zulassungsstudien neuer onkologischer Arzneimittel können oftmals nicht unbesehen als Bewertung für den Nutzen herangezogen werden, da die Präparate vielfach an bereits austherapierten Patienten erprobt werden. Auch die Tatsache, dass onkologische Präparate häufig bei der Behandlung unterschiedlicher Krebsentitäten eingesetzt werden, stellt die Kosten-Nutzen-Bewertung vor eine besondere Herausforderung.

Laufzeit des Projektes: Juli 2007 bis Februar 2008.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem

Validierung eines analytischen Modells eines Impfstoffes zur Prävention von Herpes Zoster für den deutschen Kontext
Ein für Großbritannien entwickeltes entscheidungsanalytisches Markov-Modell hinsichtlich der Bestimmung der Kosteneffektivität eines neuen Impfstoffes zur Prävention einer Herpes Zoster Infektion bei Erwachsenen wurde in einem von Sanofi Pasteur MSD beauftragten Projektes in Kooperation mit der CAREM GmbH vom Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement auf Deutschland übertragen.
Laufzeit: November 2007 bis Januar 2008.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem

Kostenerhebung und entscheidungsanalytische Modellierung des ThinPrep-Verfahrens zur Zellgewinnung bei der gynäkologischen Krebsvorsorgeuntersuchung
Der Lehrstuhl für Medizinmanagement hat in Kooperation mit der Carem GmbH ein durch die Cytyc Germany GmbH gefördertes Projekt durchgeführt, welches sich mit der Zielsetzung beschäftigte, die Effektivität sowie die Kosten-Effektivität bzw. die Wirtschaftlichkeit des ThinPrep-Verfahrens im Vergleich zu verschiedenen Screening-Strategien (u.a. Pap-Test beim Gebärmutterhalsscreening) darzustellen. Dies wurde vor dem Hintergrund durchgeführt, eine Übernahme des ThinPrep-Verfahrens in den gesetzlichen Leistungskatalog zu ermöglichen.
Laufzeit: September bis Dezember 2007.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem.

Methoden der Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln in Deutschland
Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine Arbeitsgruppe bestehend aus Dr. Gerd Antes (Cochrane Zentrum Deutschland), Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel (Universität Duisburg-Essen), Prof. Dr. Thomas Kohlmann (Universität Greifswald), Prof. Dr. Heiner Raspe (Universität Lübeck) und Prof. Dr. Jürgen Wasem (Universität Duisburg-Essen) beauftragt, eine Bestandsaufnahme der Fachpositionen zur Kosten-Nutzen-Bewertung für Arzneimittel zu erstellen. Die Bestandsaufnahme befasst sich mit den Perspektiven der Evidenzbasierten Medizin, der medizinischen Biometrie und Epidemiologie, des Health Technology Assessment, der Lebensqualitätsforschung und der Gesundheitsökonomie. Die Koordination der Arbeitsgruppe liegt bei Jürgen Wasem. Im Rahmen des Projektes ist zum einen eine umfassende Kommentierende Synopse erstellt worden; zum anderen haben die Autoren unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Fachtagungen im BMG ein Papier „Zentrale Schlussfolgerungen“ vorgelegt. Die Bestandsaufnahme von Fachpositionen ist eingebettet in einen Prozess, den das Bundesministerium für Gesundheit organisiert, um sich auf gemeinsame Positionen zur Kosten-Nutzen-Bewertung von Arzneimitteln in Deutschland zu verständigen. Vgl. näheres zu diesem Prozess und insbesondere zu den Papieren, die in diesem Zusammenhang auf einer Fachtagung im Ministerium erarbeitet wurden, auf der entsprechenden Webseite des BMG.

Im Rahmen der konzeptionellen Arbeiten zur Kosten-Nutzen-Bewertung ist auch die beiliegende Veröffentlichung der AG Methoden der gesundheitsökonomischen Evaluation (AG MEG) in der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP) zum Entwurf des Methodenpapieres zur Kosten-Nutzen-Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) entstanden. 
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem
Laufzeit: April bis Dezember 2007

Studien zu kardio-metabolischen Risikofaktoren (Gemcas-Projekt)
In dem German Metabolic and Cardiovaskular Risk Projekt (GEMCAS), das in Kooperation mit dem Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (IMIBE) des Universitätsklinikums Essen, dem Institut für Community Medicine der Universität Greifswald, der CAREM GmbH (Egling) und der Firma pharmafacts (Freiburg) anlässlich der Markteinführung des selektiver Endocannabinoid-Rezeptorantagonisten Rimonabant durchgeführt und von der Firma Sanofi-Aventis Deutschland gefördert wird, ist eine epidemiologische Querschnittsuntersuchung zur Prävalenz des metabolischen Syndroms in deutschen Hausarztpraxen durchgeführt worden. Im Rahmen des Projektes hat der Lehrstuhl sich auch mit der Frage befasst, wann und unter welchen Voraussetzungen Adipositas als Krankheit anzusehen ist. Eine Zusammenstellung der bisher aus diesem Projekt erstellten Veröffentlichungen und Kongressvorträge können Sie hier herunterladen. Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Wasem.

Beurteilung der Kosten-Effektivität der CRT-D Therapie bei Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz
In Kooperation mit der CAREM GmbH hat der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement, gefördert durch die Guidant GmbH, eine Untersuchung zur Kosteneffektivität von implantierbaren Kardiovertern/Defibrillatoren (CRT+D) vorgelegt (Laufzeit: 2006). Die zentralen Ergebnisse der Studie wurden auf der 73. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim (11.-14. April 2007) vorgestellt; den Vortrag können Sie hier herunterladen.

Pfadmanagement und Folgekosten neurochirurgisch operierter Patientinnen und Patienten
Das Projekt wurde aus Eigenmitteln in Kooperation mit der Klinik für Neurochirurgie im Universitätsklinikum Essen durchgeführt. Für häufige neurochirurgische Operationen wurden das Pfadmanagement und die dabei entstehenden Kosten analysiert. Das auf dem Münchner Qualitätsforum 2006 präsentierte Poster dazu, können Sie hier herunterladen.
Bearbeiter: Dr. Börchers
Laufzeit: April 2004 bis Mai 2006

Volkswirtschaftlicher Schaden von Erkältungskrankheiten
Im Auftrag der Firma Procter & Gamble Service GmbH hat der Lehrstuhl eine Studie zum Volkswirtschaftlichen Schaden von Erkältungskrankheiten durchgeführt. Datenbasis ist eine repräsentative Bevölkerungsbefragung zur erkältungsbedingten Arbeitsunfähigkeit durch tns healthcare sowie die Auswertung von zwei randomisierten kontrollierten Studien.
Laufzeit des Projektes: Mai bis September 2005.
Bearbeiter am Lehrstuhl: Prof. Dr. Hessel.

Gesundheitsökonomische Auswertung der FIRST-Studie
Das Projekt untersucht in Kooperation mit der Abteilung Kardiologie der Medizinischen Poliklinik Innenstadt der Ludwig-Maximilians-Universität München im Auftrag der Firma Kensey Nash unter Auswertung von klinischen Studiendaten der sog. FIRST-Studie und primär- und sekundäranalytischen Kostendaten die Kosten-Effektivität der Stentimplantation unter Verwendung eines Protektionssystems („TriActiv-Systems“) im Vergleich zu einer Stentimplantation ohne Protektionssystem.
Laufzeit: Juni 2003 bis August 2005.
Bearbeiter: Dr. Aidelsburger

Pfadmanagement Implantierbarer Cardioverter Defibrillatoren: Voranalysen zur Evaluation von Rationalisierungspotenzialen und deren ökonomischen Bewertung
In dieser Vorstudie, die von der Firma Guidant gefördert wurde, wurde die Datenlage für die Identifikation von Rationalisierungspotenzialen im Pfadmanagement insbesondere in der interventionellen Kardiologie geprüft.
Bearbeiter: Dr. Börchers
Laufzeit: April bis August 2005

Operationalisierung der Perspektive der Krankenkassen in der Gesundheitsökonomischen Evaluation:
In zahlreichen gesundheitsökonomischen Evaluationen für medizinische Interventionen in Deutschland wird die Perspektive der gesetzlichen Krankenkassen eingenommen. In einem in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover aus Eigenmitteln durchgeführten Projekt ist eine systematische Operationalisierung dieser Perspektive vorgenommen worden. Die Projektergebnisse sind veröffentlicht unter Krauth C, Charalobis-Markos D, Brandes I, Wasem J; Die Perspektive der Gesetzlichen Krankenversicherung in der gesundheitsöko¬nomischen Evaluation. In: Zeitschrift für die gesamte Versicherungswissenschaft 94, 2005, 215-256. Ein Abstract kann hier heruntergeladen werden. 

Empirische Bewertungsansätze in der gesundheitsökonomischen Evaluation
Ein zentraler Bestandteil vieler gesundheitsökonomischer Untersuchungen ist die Messung krankheitsbedingter Kosten. Für die Methodik der Kostenerfassung wurden verschiedentlich Leitlinien formuliert, die aber insbesondere hinsichtlich der konkreten Bewertung der konsumierten Ressourcen unbestimmt blieben. In diesem Projekt im Rahmen der AG Methoden der gesundheitsökonomischen Evaluation (AG MEG) wurde ein Bewertungssystem entwickelt und vorgeschlagen, dass durch einheitliche Standards die Qualität und Vergleichbarkeit der Ergebnisse von Evaluationsstudien bei unterschiedlichen Interventionsstudien sichern und zugleich den Erhebungsaufwand in gesundheitsökonomischen Studien mindern soll. Hier können Sie sich näher über die Projektergebnisse informieren.

Entwicklung einer Kostendatenbank für Hepatitis C 
Gegenstand des Vorhabens ist die Entwicklung einer Kostendatenbank für die unterschiedlichen Therapien von Hepatitis C und der unterschiedlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen. Diese werden in ein Kosteneffektivitätsmodell integriert. Vertragspartner der Universität war die Gesellschaft für Informationsverarbeitung und Statistik in der Medizin e.V. (GIS, München). Projektlaufzeit war Dezember 2004 bis März 2005. Bearbeiter: Dr. Aidelsburger. Die Datenbank ist etwa genutzt worden für eine Publikation im Bundesgesundheitsblatt.

Kosten der Nebenwirkungen langfristiger hochdosierter Steroidmedikation
In diesem Eigenprojekt des Lehrstuhls wird eine Kostenrechnung der Nebenwirkungen langfristig hochdosierter Steroidmedikation durchgeführt. 
Laufzeit: Oktober 2004 bis Februar 2005.
Bearbeiter: Prof. Dr. Hessel. 

Gesundheitsberichterstattung des Bundes "Prostataerkrankungen" 
In Kooperation mit der Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Gießen hat der Lehrstuhl die ökonomische Dimension des Themenfeldes „Prostataerkrankungen“ im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (Finanzierung: Robert Koch Institut) erarbeitet. Laufzeit: Februar bis November 2004. Bearbeiter: Dr. Aidelsburger. Das Themenheft „Prostataerkrankungen“ der Gesundheitsberichterstattung ist Anfang 2007 vom RKI veröffentlicht worden.