Aktuelle Meldung:

Freitag, 23 März 2012 12:21

David-Sackett-Preis 2012 des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin

Die kritische Bewertung "Individueller Gesundheitsleistungen" (IGeL) eines multiuniversitären Forscherteams der UMIT - Health and Life Sciences University, Innsbruck, der Technischen Universität München und der Universität Duisburg-Essen wurde jetzt mit dem renommierten David-Sackett-Preis 2012 des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin e.V. ausgezeichnet.   Die Wissenschaftler der drei Universitäten nahmen im Auftrag des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) die Praxis ärztlicher Leistungen unter die Lupe, die nicht im

Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) enthalten

sind und von den Patienten selbst bezahlt werden müssen. Die

kritische Bewertung erfolgte in Form eines Health Technology

Assessments (HTA), systematisch untersucht wurden empirische Daten zu Angebot, Inanspruchnahme, Praxis, Akzeptanz,

Arzt-Patienten-Verhältnis und ökonomischer Bedeutung von IGeL im

ambulanten Bereich für GKV-Versicherte in Deutschland. Für die beiden häufigsten IGeL -

das Glaukomscreening und die vaginale Ultraschalluntersuchung zur

Früherkennung des Eierstockkrebses - haben die Wissenschaftler zudem

untersucht, ob ein Nutzen für Patienten nachgewiesen werden kann. Im

Ergebnis konnte keiner der beiden Früherkennungsuntersuchungen ein

gesundheitlicher Vorteil zuerkannt werden. Diese Erkenntnis löste

rege Diskussionen in der Fachwelt und heftige Medienechos aus.

Die Verleihung des  David-Sackett-Preises erfolgte im Rahmen der 13. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) e.V. in

Hamburg am 16. März.

Der Lehrstuhl für Medizinmanagement der Universität Duisburg-Essen ist Konsortialführer der Arbeitsgruppe, die für das DIMDI den HTA erstellt hat. Prof. Wasem, Direktor der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftungslehrstuhls für Medizinmanagement, ist Mitverfasser des preisgekrönten HTA-Berichts.